Pfarreiengemeinschaft Wellingholzhausen.Gesmold

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Abendgebet
Kann man nach Auschwitz noch an Gott glauben, zu Gott beten?
Auch in Auschwitz wurde gebetet. Christen haben gebetet. Juden sind mit ihrem Bekenntnis zu dem einen Gott auf den Lippen in die Gaskammern gegangen. In den Klagen der Psalmen haben sich Menschen wiedergefunden und sie an den verborgenen Gott gerichtet. Ein unbekannter Jude hat in einem Konzentrationslager gar für seine Peiniger gebetet: Friede sei den Menschen, die bösen Willens sind, und ein Ende sei gesetzt aller Rache. … Aller Maßstäbe spotten die Gräueltaten, und der Blutzeugen sind gar zu viele. …
Darum, o Gott, wiege nicht mit der Waage der Gerechtigkeit ihre Leiden, dass du sie ihren
Henkern zurechnest und von ihnen grauenvolle Rechenschaft forderst. … Gebet hat wohl immer etwas von diesem „Dennoch“, mit dem man sich gegen das Unrecht in der Welt, gegen die sinnlosen Leiden – und gegen die Hoffnungslosigkeit stemmt. Und es lebt von der Überzeugung, dass Gott nicht verborgen bleibt, dass er ein Gott des Friedens und der Liebe ist, wenn noch so viel dagegen zu sprechen scheint. So ist Beten möglich, auch nach Auschwitz.

Macht es in Gottes Namen anders!

Mit dieser Aufforderung laden wir herzlich am Donnerstag, 27. Januar um 19 Uhr in die Kirche St. Bartholomäus zu einem Abendgebet zum „Tag des Gedenkens an die Opfer des
Nationalsozialismus“ ein.



Bild: Bernhard Riedl In: Pfarrbriefservice.de
Ausdruck von: wellingholzhausen.pfarrwege.de/content/855/Startseite/Aktuelles_aus_der_Pfarreiengemeinschaft/p,102/Tag_des_Gedenkens_an_die_Opfer_des_Nationalsozialismus/index.html
Datum: 17.05.2022